Dienstag, 29.09.2020 22:37 Uhr

MACH´DEN PAC-MAN

Verantwortlicher Autor: Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG / MaM Stuttgart, 06.12.2019, 13:32 Uhr
Presse-Ressort von: Marco Munding Bericht 6961x gelesen
Porsche GT3 Cup
Porsche GT3 Cup  Bild: Gruppe C GmbH

Stuttgart [ENA] Die schnellen DSK-Junioren Donar und Wodan Munding träumen von einer Karriere im GT-Sport und verfolgen dieses Ziel sehr zielstrebig. Wir haben die beiden Brüder beim Finale des Porsche Super Sports Cup und der Porsche Sports Cup Endurance begleitet.

Nur wenige Minuten vor dem Beginn der Einführungsrunde beugt sich Wodan, der ältere der beiden Munding-Brüder, zu Donar ins Auto. Auf einige motivierende Worte folgt ein kleiner Klaps und der typische Schlachtruf der Teenager: „Mach‘ den Pac-Man!“ Oder anders formuliert: „Auf geht‘s, hol‘ Dir die Autos vor uns!“ Natürlich begleitet von der passenden zuschnappenden Hand. Es ist einer der vielen Momente, in denen sich Donar und Wodan sehr nahestehen. Beide wissen: Sie sind nicht nur Brüder, sondern auch Teamkollegen. Ihr Glück oder Pech hängt auch vom jeweils anderen ab. Denn beim Finale des Porsche Sports Cup teilen sie sich wie so häufig in ihren noch jungen Karrieren ein Auto über das gesamte Wochenende.

Brüder und ein Fahrerduo in Personal-Union – eine zusätzliche Belastung? „Man ist immer im engen Kontakt – egal, ob später beim Abendessen oder gleich morgens am nächsten Tag. Das ist aber gerade das Tolle! Und wenn wir dann auch noch beide schnell sind, ist es umso besser“, sagt Wodan Munding mit einem kleinen Augenzwinkern. Und auch sonst spielt die Familie bei den Rennauftritten der beiden eine große Rolle. Mutter Daria und Vater Marco, der früher selbst begeisterter Rennfahrer war, unterstützen die Sprösslinge so gut es geht und sind an jedem Rennwochenende die größten Fans. Geplant war das jedoch nicht.

„Ich wollte es eigentlich vermeiden, den Motorsport-Virus weiterzugeben, aber es ist mir nicht ganz gelungen“, sagt Marco Munding mit einem Schuss Ironie. „Die Jungs kamen von selbst auf mich zu und wollten Motorsport betreiben. Da sagt man natürlich nicht nein.“ Ihre ersten Schritte machten die gebürtigen Stuttgarter auf den Kartstrecken der Region. Später stellten sie sich der nationalen und internationalen Konkurrenz – mit viel Erfolg. So konnten Donar und Wodan auch international immer wieder Top-5-und Top-10-Ergebnisse einfahren. 2018 wagten die Brüder schließlich den Sprung in den Automobilsport und traten zunächst im Renault Clio Cup Central Europe an. Anfang 2019 erfolgte der Umstieg auf die Cup-Porsche.

Ein glücklicher Zufall. Seit dem Beginn ihres neuen Karriere-Abschnitts können die Brüder dabei auf die Unterstützung des DSK zählen. Wodan gehört seit 2018, Donar seit 2019 zum DSK-Juniorenkader. Der Kontakt entstand damals zufällig: Marco Munding und der DSK-Schatzmeister Reinhard Michel trafen sich frühmorgens auf dem Parkplatz des Nürburgrings, kamen ins Gespräch und wenig später setzte sich Wodan in der Sichtung gegen zahlreiche Konkurrenten durch. Da Donar zu diesem Zeitpunkt noch etwas zu jung war, musste er noch ein Jahr warten, bis er ebenfalls den Sprung in den Kader schaffte. „Zur richtigen Zeit am richtigen Ort die richtige Person getroffen – eine ganz klassische Geschichte im Rennsport“, resümiert Marco Munding.

Das Förderprogramm des DSK ist insgesamt auf eine Länge von drei Jahren ausgelegt und wird rein aus Sponsoren- Geldern finanziert. Das Projekt ist so unabhängig von den Beiträgen der Mitglieder und sichert so einen fairen Umgang. Der Junioren-Kader, der auch Rallye- und Langstrecken-Talente umfasst, profitiert während der Förderung zudem von der großen Tradition und Erfahrung des DSK. Beispielsweise tritt Ring-Legende und Präsidiumsmitglied Johannes Scheid als Mentor für die ambitionierten Junioren auf. Beim finalen Rennwochenende des Porsche Super Sports Cup 2019 ging es für Donar und Wodan vor allem darum, mehr Erfahrung zu sammeln.

Der Cup, der neben einem Sprint-Rennen pro Fahrer auch zwei Endurance-Läufe mit Fahrerwechseln umfasst, setzt sich aus unterschiedlichen Klassen zusammen. An der Spitze fahren so einige GT3 R vorneweg, dahinter tummeln sich diverse Cup-Boliden. In diesem engen Verfolger-Feld kämpfen die Brüder um Top-5-Ergebnisse. Während der Student Wodan eher einen umsichtigen und taktischen Fahrstil pflegt, gilt der zwei Jahre jüngerer Donar als bissiger Angaser. Donar, den alle nur „Doni“ nennen, gelang mit Gesamtplatz sechs und dem vierten Platz in der Klasse in seinem Sprint-Lauf so auch das beste Ergebnis des Wochenendes. Ganz uneigennützig lobte er danach sein Team:

„Wir haben uns gut auf das Rennen vorbereitet und konnten zusammen ein echt sehenswertes Resultat einfahren.“ Renningenieur Benjamin Schwärzler weiß genau diese Zurückhaltung und den Lernwillen seiner Schützlinge zu schätzen: „Die Jungs lernen ziemlich schnell. Es macht unheimlich viel Spaß mit ihnen zu arbeiten. Sie suchen sofort das Gespräch und können gutes Feedback abgeben, mit dem ich direkt vor Ort arbeiten kann.“ Wie es im kommenden Jahr weitergeht, steht aktuell noch nicht fest. Allerdings haben die Stuttgarter einen Blick auf den Porsche Carrera Cup geworfen, der Talenten wie René Rast den Weg in die höheren Sphären des Motorsports geebnet hat.

Wie so häufig im Motorsport wird nun aber erstmal die Frage nach dem Budget und nach passenden Programmen den Winter bestimmen. Ob das nicht auf Dauer zu anstrengend und ermüdend wird? „Ach, was“, winkt Wodan grinsend ab. „Das Feuer wird nicht so schnell erlöschen, ganz im Gegenteil!“

Bild Miguel DSK: v.l.r. Wodan und Donar Munding, Hardy Michel Schatzmeister DSK-Vorstandsmitglied
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